Mythos „Katzen sind Einzelgänger“ - Norwegische Waldkatzen von Vanessa

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Leider wird immer noch behauptet, dass Katzen Einzelgänger sind. Diese Behauptung ist aber FALSCH.

Wie kommt es, dass es trotzdem noch von vielen Seiten gesagt wird?

Zum Einen ist dieses Gerücht entstanden, da Katzen auf ihren Streifzügen durch ihr Revier meinst allein anzutreffen sind. Katzen sind Jäger, die nicht in Gruppen jagen, sondern sich allein ins Gras legen um eine Beute aufzuspüren. Schließlich jagen Katzen Mäuse und Jungvögel,  die sich nicht durch 3 oder 4 Katzen teilen läßt.
Dieses Verhalten wurde lange beobachtet. Dann konnte man auch noch beobachten, wie die Katze mit einer anderen Katze kämpft um ihr Revier zu verteidigen. Ein anderes mal sah man 2 potente Kater, die miteinander kämpfen um die Rangordung zu klären. Diese Rangordnung muß ständig wieder erneuert werden, dadurch entstehen natürlich viele Kämpfe. Hinzu kommt noch der Charakterzug der Katze, den wir alle so lieben. Eine Katze ist Eigenwillig und das wird gern mit Einzelgängertum verwechselt.

Wenn man aber das Verhalten einer Katze wirklich unter die Lupe nimmt, stellt man fest dass Katzen trotz der oben genannten Eigenschaften immer wieder zu ihren "Dosenöffner" zurückkehren. Dann möchte sie gestreichelt werden und legt sich neben ihn auf die Couch. Was ich in meiner Katzengruppe sehr gut beobachten kann, sind folgende Punkte, die uns zeigen dass Katzen soziale Kontakte suchen:
unsere Katzen treffen sich regelmäßig am Tag um sich gegenseitig zu putzen
wenn unsere Katzen einen Schlafplatz suchen, legen sie sich meinst in den Raum wo andere Katzen schlafen.
oft schlafen alle Katzen bei uns zusammen auf dem Bett
Sally schläft fast die ganze Nacht im Bett von uns
Babette läuft nachts rufenend durch die Wohnung, wenn sie Sally zu lang nicht gesehen hat.
Rocky schlief immer viel bei mir auf den Bauch und im Wohnzimmer, wo sich unser Familienleben abspielt. Oder auch im Bett meiner Tochter. 
Snoopy ging als er noch lebte mehrmals täglich seinen Kontrollgang durch die Wohnung und legte sich dann gern zu Rocky.
Aicha schläft sehr viel bei meiner Tochter im Bett. Sie liebt die Nähe zu ihr.
Auch auf vielen Bauernhöfen kann man die Geselligkeit gut beobachten. An diesem Ort leben grosse Katzenpopulationen und dort sind unglaublich viele soziale Interaktionen zwischen den Tieren zu sehen.

Der Aufbau einer Katzengruppe ist ganz anders als die eines Hunde- oder Wolfrudels. Wie oben erwähnt gibt es bei Katzen keine strenge Rangordung, wie es bei Hunden der Fall ist. Katzen kämpfen jeden Tag um ihren Platz. Wer heute Ranghöchster ist, muss es morgen schon nicht mehr sein. Trotzdem finden die Katzen aber immer wieder zueinander um auch ihre sozialen Bedürfnisse zu stillen.
Diese Bedürfnisse kann ein Mensch nicht befriedigen. Oder lecken Sie ihrer Katze den Kopf und die Ohren sauber? Liegen Sie mit ihrer Katze zusammen auf ihren Lieblingsplatz? Toben Sie mit Ihrer Katze den Kratzbaum hoch und runter? Es fehlen zwischen Katz und Mensch einfach die Komponenten, die unsere Katze glücklich macht.

Einzelhaltung ist Tierquälerei und man kann oft beobachten, wie solche Katzen körperliche und seelische Probleme bekommen. Diese Probleme äußern sich durch Unsauberkeit, Aggressivität den Menschen gegenüber, Fressunlust und evtl sogar Depressionen.

Klar, gibt es auch viele Katzen, die sich nicht mit ihren Artgenossen verstehen und deshalb alleine gehalten werden müssen.
Das liegt aber nicht daran, dass sie Einzelgänger sind. Vielmehr wurden sie falsch sozialisiert, zu früh von Mutter und Geschwister getrennt oder vom zarten Babyalter an alleine gehalten und konnten so nicht das entsprechende Sozialverhalten  erlernen.

Bitte denken Sie darüber einmal nach. 2 Katzen zu halten ist nicht schwieriger als eine. Ganz im Gegenteil. Die Katzen sind ausgelichener und trotzdem dem Menschen zugewandt. Denn sie wissen genau, von wem sie ihr Futter bekommen. Sie wissen, wie gemütlich der Bauch des "Dosenöffners" ist und lassen sich trotzdem gern streicheln und kraulen. Die Katze genießt die Aufmerksamkeit, die Sie ihr zukommen lassen. Aber wenn Sie keine Zeit haben oder Sie mehrere Stunden aus dem Haus sind, brauchen Sie kein schlechtes Gewissen haben, denn die Katze hat ihren Katzenfreund zu Hause. Sie ist nicht allein. Ihr wird nicht langweilig und heckt dummes Zeug aus. Sie bekommt weiterhin Reize zur Ablenkung, die ihr den langen Tag bis ihr Mensch von der Arbeit kommt versüßt. Eine zweite Katze kostet natürlich zusätzlich Impfungen, Futter und Streu. Aber dafür halten Sie Ihre Katze artgerecht! Die zweite Katze muss ja kein Rassekätzchen sein. Auch ein Kätzchen aus einem gut geführten Tierheim oder aus einer guten Pflegefamilie, die den Tierschutz angeschlossen ist, kann ein guter Lebensgefährte für Ihre Katze sein. Aber achten Sie auch bei der Wahl des Tierschutz oder Tierheim darauf, dass die Katzen nur im richtigen Alter und gut sozialisiert abgegeben werden. Auch achten Sie bitte darauf, dass das Kätzchen ihrer Wahl parasitenfrei, gesund und geimpft ist, bevor es bei Ihnen einzieht.

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü